Der Garten im August – Praktische Tipps und kreative Ideen für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner

© Marktgemeinde Pfaffstätten

am Foto: Kiesbeete mit standortangepassten Pflanzen, insbesondere heimischen Wildstauden für trockene Freiflächen, sind pflegeleicht, schön und gut für Insekten.

Mit den „Gartentipps des Monats“ informiert die NÖ Umweltbewegung „Natur im Garten“ jeweils am Ende des Monats über die wichtigsten Arbeiten und schönsten Gestaltungsideen für den kommenden Monat. So können Sie Ihren Leserinnen und Lesern eine kompakte Vorschau und Inspiration liefern, was in ihrem grünen Paradies als Nächstes ansteht.

Tipp #1: Sonnenbeet statt Hitze-Insel

Leblose „Schottergärten“ gelten als pflegeleicht, sind aber wahre „Gärten des Grauens“. Sie heizen sich stark auf, speichern Hitze, geben sie wieder ab und verringern die Abkühlung während der Nacht. Ohne eine den Schotter bedeckende Bepflanzung geht Lebensraum für Tiere verloren. In Deutschland sind „Schottergärten“ deshalb bereits mancherorts verboten.
Dabei lassen sich sonnige Flächen mit hitzetoleranten Stauden wunderbar gestalten. Die Auswahl an Arten und Sorten für blühende Oasen anstelle lebensfeindlicher Hitzefallen ist groß. Dazu zählen z.B. Storchenschnabel, Ehrenpreis, Eisenkraut, Spornblume, Skabiose, Flockenblume, Witwenblume, Horn- und Wundklee, Färberkamille, Nachtkerze, Heil-Ziest, Fingerkraut, Natternkopf, Salbei, Katzenminze, Frauenmantel, Wolfsmilch, Fetthenne, Mauerpfeffer, Federgras, Zittergras, Wimper-Perlgras und Kräuter wie Thymian, Lavendel, Rosmarin, Ysop, Bergbohnen- und Heiligenkraut oder Oregano. Unbewachsene, sandige Stellen, Holzhaufen und Holzelemente, Steinhaufen und -mauern schaffen ergänzend schöne und zugleich wertvolle Strukturen für Tiere. Die „Natur im Garten“ Partnerbetriebe unterstützen gerne bei der Planung bzw. Auswahl passender Pflanzen.

Veranstaltungstipp:

„Natur im Garten“ Workshop:
„Nie wieder gießen – Trockenheitsresistentes Staudenbeet“
Samstag, 27.09.2025, 14.00 bis 16.00 Uhr
3430 Tulln an der Donau

Weitere Infos zu naturnaher Gartengestaltung https://www.youtube.com/embed/RNvxFlCxdWA https://www.youtube.com/embed/LIGU_G8rvYU

© „Natur im Garten“ / M. Wappel

am Foto: Der Balkon lässt sich leicht in ein grünes Paradies verwandeln, das das Mikroklima deutlich verbessert.

Tipp #2: Sommerhitze – cool bleiben am Balkon

Heiße Sommertage und tropische Nächte machen uns in der Stadt besonders zu schaffen. Begrünte Balkone und bepflanzte Terrassen können helfen, das Mikroklima deutlich zu verbessern. Pflanzen kühlen durch die Verdunstung von Wasser über ihre Blätter besonders an heißen Tagen ihre Umgebung spürbar ab. Sie filtern Schadstoffe, binden CO2 und fangen Feinstaub ab. Das Potential für solche grünen Klimaanlagen ist enorm: Rund 3 Millionen Haushalte in Österreich haben einen Balkon oder eine Terrasse. Wären alle naturnah bepflanzt, ergäbe das – bei einer durchschnittlichen Größe von 10 m² – etwa 3.000 Hektar blühenden Lebensraum. Mit Vertikal-Beeten und Kletterpflanzen lassen sich auch kleine Räume optimal ausnutzen. Selbst gezogenes Gemüse und Obst schmeckt besser und spart Transportwege sowie Verpackung. Blütenreiches bietet zudem Nahrung und Lebensraum für Tiere. Tauschen Sie Tropenfeeling gegen Pflanzenpracht – je grüner, desto cooler!
Zertifizierte Vertikalgarten-Systeme finden Sie bei den „Natur im Garten“ Gütesiegelpartnern in der Rubrik „Garten und Kompostierungshilfen“.

Mehr zum „Gärtnern auf Balkon und Terrasse“ https://www.youtube.com/embed/L_8TwOCgjRc https://www.youtube.com/embed/_BklT4ZRH5c

© „Natur im Garten“ / A. Haiden

am Foto: Dort, wo Wasser über Regenrinnen abfließt, empfehlen sich sogenannte Regenbeete.

Tipp #3: Ein Garten, der Regen schluckt

Wenn es stark regnet, kann das Wasser vielerorts nicht mehr versickern – vor allem dort, wo alles versiegelt oder betoniert ist. Im Garten lässt sich das ändern: Wege mit grünen Fugen und sogenannte Regenbeete bzw. Sickermulden helfen dabei. Sie werden am besten dort angelegt, wo Dachwasser über Regenrinnen oder Wege abfließt. Der Boden sollte durchlässig und nicht lehmig sein. Vor dem Anlegen sind ein paar Aspekte zu prüfen, wie zum Beispiel: Ist genug Abstand zum Haus, zum Grundwasser, zur Grundstücksgrenze vorhanden? Liegt die Fläche abfallend vom Haus? Ein Versickerungstest zeigt dann, wie rasch Wasser versickern kann und wie groß das Beet sein sollte. Bepflanzt wird bevorzugt mit heimischen Pflanzen. In der Sonne und einem Boden, der Feuchtigkeit länger hält, wachsen etwa Wasserdost, Bertram-Schafgarbe, Blutweiderich, Sumpf-Wolfsmilch, Echter Beinwell, Sibirische Schwertlilie, Teufelsabbiss oder Schnittlauch. In der Sonne und auf einem Boden, in dem Wasser rasch versickert, gedeihen Heil-Ziest, Storchschnabel Arten, Wilder Majoran, Katzenminze, Echtes Johanniskraut und Echte Schafgarbe. Regenbeete nehmen mehr Wasser auf als Rasen. Ihre Blüten bieten Nahrung für Insekten. Wer dazu Natursteine, Holzelemente und eine kleine Wasserstelle ergänzt, schafft ein kleines Paradies für Tiere.

Veranstaltungstipps:

„Natur im Garten“ Webinar:
„Fugenvegatation: Grüne Fugen für Wege und Terrassen“
Mittwoch, 10.09.2025, 18 Uhr
„Kröten – Nützliche Gäste im Garten“
Mittwoch, 17.09.2025, 18 Uhr
„Versickerungsfreundliche Oberflächen gestalten“
Montag, 13.10.2025, 18 Uhr
www.naturimgarten.at/webinare https://www.youtube.com/embed/mbAyPLf9fZM https://www.youtube.com/embed/D5H2TmGDB_U

© „Natur im Garten“ / A. Haiden

am Foto: Kletterrosen sind nicht nur ein Blickfang, sondern können auch hervorragend als natürliche Schattenspender dienen.

Tipp #4: Pflege für märchenhafte Kletterpflanzen

Kletterpflanzen entfalten ihre Pracht und Wirkung dort, wo für Bäume und Sträucher kein Platz ist. In Niederösterreich wird die Zahl der Hitzetage weiter steigen. Die Begrünung mit Kletterpflanzen zählt zu den mikroklimatisch wirksamen Maßnahmen. Kletterpflanzen sorgen für Beschattung, kühlen durch Verdunstung von Wasser, binden Luftschadstoffe und dämpfen Lärm. Sie bieten zudem Nahrung, Versteck und Nistplätze für Tiere – und entfalten bei richtiger Pflege einen beinahe märchenhaften Charakter. Wein wird jährlich im Spätwinter zurückgeschnitten. Kletter- bzw. Ramblerrosen können im Frühjahr ausgelichtet werden. Efeu und Wilder Wein („Veitchii“) sollten nicht in praller Sonne oder bei Frost geschnitten werden. Ein starker Rückschnitt (auch bei Hecken) ist zwischen 1. März bis 30. September zu unterlassen, um brütende Vögel zu schützen. Die Kontrolle auf Vogelnester ist grundsätzlich vor jedem Schnitt wichtig – um gegebenenfalls großzügig aussparen zu können. Brütende Vögel revanchieren sich im Gegenzug bei der Schädlingsbekämpfung im Garten, denn eine Kohlmeisen Familie frisst und verfüttert bei der Aufzucht ihrer Jungen pro Brut bis zu 1,5 kg Insekten wie z.B. Blattläuse.

Sie haben Gartenfragen? Dann berät Sie das Team vom „Natur im Garten“ Telefon gerne unter 02742/74333 bzw. gartentelefon@naturimgarten.at


Weitere Infos zur Begrünung mit Kletterpflanzen https://www.youtube.com/embed/0vZ94qZymOg

Veranstaltungen in den „Natur im Garten“ Schaugärten

Ferienspaß in den Schaugärten
Ob Forschen, Kreativkurs oder Gartensafari – die einzelnen Schaugärten bieten kreative Programme für Kinder und Familien, die Spaß machen und zugleich das Bewusstsein für die Natur stärken.

Gartensommer Niederösterreich
Auch für Erwachsene wartet in den „Natur im Garten“ Schaugärten ein vielfältiges Programm: Zahlreiche Veranstaltungen im Rahmen des „Gartensommer Niederösterreich“ bieten Natur, Kultur, Erholung, Genuss und Kulinarik.

Gartensommernächte
Mystisch, romantisch, stimmungsvoll, entspannt – die „Gartensommernächte“ laden zu einzigartigen Erlebnissen in den abendlichen Schaugärten ein.



Alle Veranstaltungen von „Natur im Garten“

Quelle Natur im Garten am 22. Juli 2025


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